Ratschläge der französischen Seenotrettungsorganisation SNSM für lange Segeltörns

Die Ratschläge wurden in Zusammenarbeit mit Jean Maurel, Ausrichter von Hochsee-Segelregatten, erstellt
1 / Mannschaft
Mehrere Mannschaftsmitglieder sollten bereits einen langen Segeltörn gemacht haben.
- Eine einzige erfahrene Person ist für eine solche Verantwortung nicht ausreichend. Denn sollte diese Person gesundheitliche Probleme haben, sich verletzten oder ins Meer fallen, ist es äußerst wichtig, wenn nicht sogar lebensnotwendig, dass sich eine andere erfahrene Person an Bord befindet.
Unterziehen Sie sich vor Abfahrt einem Gesundheitscheck (Belastungstest / kardiologische Untersuchung / bekannte oder chronische Krankheiten…).
2 / Boot
Das Boot muss sich in einem gutem Zustand befinden. Die kleinste technische Störung kann zu großen Problemen führen, daher ist vor Abfahrt zu überprüfen, dass:
- Pinne oder Rudersystem einwandfrei funktionieren
- Rumpf und Luken dicht sind
- sich Segel und Takelage in gutem Zustand befinden: Mast, Baum, Spinnakerbaum…, laufendes Gut (Fallen, Schoten…), stehendes Gut (Stage, Wanten…)
Auf offenem Meer ist es außerdem wichtig, sich zu helfen zu wissen, beispielsweise bei einem Leck oder bei Beschädigungen an Ruderpinne oder Takelage.
3 / Bootsausrüstung
Die technischen Möglichkeiten sind heute enorm. Man sollte in die Ausrüstung investieren oder sie zumindest ausleihen:
- Notsignalsender
- wasserdichtes Satellitentelefon
- GPS
- persönliche Bake
- optischer Signalgeber
Stellen Sie außerdem einen Notfallkoffer entsprechend der Dauer des Segeltörns zusammen, der es Ihnen ermöglicht, die Zeit bis Hilfe kommt zu überbrücken . Darin sollte sich ein manueller Entsalzer, Nahrung, Leuchtraketen, optische Signalgeber und ein autonomes Radarsystem befinden.

4 / Mannschaftsmitglied alleine auf Deck
Befindet sich ein Mannschaftsmitglied nachts oder bei schlechten Wetterbedingungen alleine auf Deck, sollte es sich unbedingt festbinden und entsprechend ausgerüstet sein:
- Rettungsweste mit Auftrieb
- Gurtwerk
- persönliche Bake
- optischer Signalgeber
5 / Nacht
Sie sollten sich nachts nicht einfach nur auf die modernen Navigationsmittel verlassen. Schalten Sie auch bei Autopilot und AIS den Radar ein und führen Sie regelmäßige Wache durch. Wenn Sie auf Deck gehen, halten Sie sich an die Ratschläge für ein Mannschaftsmitglied alleine auf Deck.
6 / Gesundheit
Führen Sie einen vollständigen und auf den neuesten Stand gebrachten Notfallkoffer sowie ein medizinisches Handbuch mit an Bord, das Ihnen hilft, eine Diagnose zu stellen oder Notfalleinsätze durchzuführen.
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