Expertenmeinung zum Thema Sonnenschutz: der Mediziner

MEINUNG DES ARZTES:
Doktor Guillaume Barucq
Allgemeinarzt
Autor einer wissenschaftlichen Arbeit über Krankheiten, die mit dem Surfsport in Verbindung stehen.
Autor des Surfers' Survival Guide / Surfez en toute sécurité (Sicher surfen).
Herausgeber einer Website über Surfen und Gesundheit (www.surf-prevention.com)
Was ist der beste Sonnenschutz beim Wassersport? Und warum?
Dr. Barucq: Menschen, die Wassersport betreiben, gehören zu den Sportlern, die sich am meisten der Sonne aussetzen. Da sie sich im Freien bewegen und im Allgemeinen wenig Kleidung tragen, ist ihre Haut dem Sonnenlicht direkt ausgesetzt. Außerdem reflektiert das Wasser bis zu 30% der UV-Strahlen (beim Sand sind es 15%). Wenn man Surfen im Wasser in Badebekleidung betreibt, ist ein UV-Top ganz eindeutig der beste Schutz für den Oberkörper. Es ist praktischer und sehr viel einfacher ein Top zu tragen als Sonnencreme aufzutragen, um diesen Teil des Körpers zu schützen.
Surfer und Bodyboarder paddeln im Liegen: Sonnencreme auf Brustkorb und Bauch ist für sie daher äußerst unangenehm. Die Sportler rutschen vom Board ab, wodurch sich die Gefahr eines Sturzes erhöht. Was den Rücken angeht, ist ein ordentliches Auftragen der Sonnencreme ohne Hilfe einer anderen Person beispielsweise unter einem Sonnenschirm oder einem Paruv-Schutzdach nur schwer möglich.


Inwiefern ist ein UV-Top wirksamer als ein einfaches Baumwoll-T-Shirt?
Dr. Barucq: Gewebe schützen nicht alle in gleicher Weise vor der Sonne. Ein einfaches T-Shirt bietet weniger Schutz als ein Top von guter Qualität. Ein helles T-Shirt schützt weniger gut, vor allem, wenn es nass ist. Je enger das Gewebe, desto besser der Schutz. Auf ein entsprechendes Sonnentop trifft dies zu. Wählen Sie ein Top mit einer Angabe zum UV-Schutzfaktor (UPF). Dieser Schutzfaktor sollte idealerweise mindestens 40 oder mehr betragen.
Es ist wichtig, das Top auch bei bedecktem Himmel zu tragen, insbesondere aber, wenn der im Wetterbericht angegebene UV-Index erhöht ist.
Müssen bei diesen Sportarten nur Kinder ein Sonnentop tragen?
Dr. Barucq: Bei Kindern drängen wir auf das Tragen eines solchen Tops, da ihre Haut sehr empfindlich ist. Kinder sind der Sonne zu häufig ohne Schutz ausgesetzt. Nach Schätzungen fallen bis zu 80% der UV-Strahlung, der ein Mensch im Laufe seines Lebens ausgesetzt ist, in die Zeit bis zu seinem 18. Lebensjahr. Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko eines Tages an Hautkrebs zu erkranken.
Man muss sich jedoch in jedem Alter vor der Sonne schützen, denn die Wirkung der UV-Strahlen ist kumulativ.
Dr. Barucq: Das Top eignet sich auch zum Schutz vor Hautirritationen, die durch die Reibung zwischen Körper und Surf- oder Bodyboard entstehen. Diese Hautirritationen können ab der ersten Session ohne Top auftreten.
Sie zeigen sich in Form von Rötungen, werden dann zu kleinen Wunden, die nur schlecht heilen, wenn Reibung und Kontakt mit dem Meerwasser weiterhin bestehen. Das Top kann auch unter einem Anzug getragen werden, um Hautirritationen durch die Nähte zu vermeiden. Ein Top mit langen Ärmeln schützt die Unterarme und man kann es unter einen Neoprenanzug anziehen.
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